FREITAG 23.OKTOBER

ERLIBACHERHOF

19:00

Opening Concert

in Zusammenarbeit mit Musikschule Erlenbach

Danny Boy

Text: Frederic Weatherly, 1913 /

Musik: Londonderry Air, 1851, arr.: Alex Wilson 2020

Erlibacher Strings und Fiddling Millers

 

«Danny Boy» wird oft als heimliche irische Nationalhymne bezeichnet. Die wehmütige Melodie berührt nicht nur Irinnen und Iren (besonders in den USA), sie hat Weltverbreitung gefunden und ist von unzähligen Künstlern interpretiert und unzählige Male neu arrangiert worden. Ironischerweise stammt der Text zu «Danny Boy» von einem englischen Anwalt, der nie in seinem Leben in Irland war. Und die Melodie hat möglicherweise ihren Ursprung in Schottland, obschon jeder aufrechte Ire dies kategorisch in Abrede stellen würde. Historisch gesichert ist jedoch, dass die Melodie 1851 als «Londonderry Air» erstmals notiert wurde und auf Umwegen den englischen Anwalt und produktiven Lieddichter Frederic Weatherly (1848–1929) erreichte. Der hatte «Danny Boy» zu einer anderen Liedmelodie verfasst, war damit aber erfolglos geblieben. Das sollte sich sehr schnell ändern, als er 1913 «Danny Boy» auf der Melodie von «Londonderry Air» veröffentlichte.  Der Rest ist Geschichte, wie man so schön sagt …

The Hills

Text und Musik: The Weeknd (Abel Tesfaye), 2015

Saxophonensemble Musikschule Erlenbach

 

Mit diesem Stück aus seinem Album «Beauty Behind the Madness» schaffte der kanadisch-äthiopische Sänger 2015 einen weltweiten Erfolg. Das erstaunt beim ersten Hören, denn dieser Song plätschert nicht fröhlich daher. Er ist in c-moll geschrieben, einer eher seltenen Tonart für Pop-Songs. Das Saxophonensemble spielt «The Hills» im dreistimmigen Satz für Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon.

Danse macabre op. 40

Camille Saint-Saëns, op. 40, 1874, 

arr. für Klavier zu vier Händen von Ernest Guiraud

Duo Infernale

 

Camille Saint-Saëns schrieb 1872 die erste Fassung des Danse macabre  Totentanz) als Stück für Gesang und Klavier auf ein Gedicht von Henri Cazalis. 1874 erweiterte es Saint-Saëns zu einer Sinfonischen Dichtung (Poème synphonique), deren Uraufführung 1875 vom Publikum jedoch mit lauem Applaus und teilweise mit Pfiffen quittiert wurde. Mit der Zeit fand das Werk jedoch immer mehr begeisterte Anhänger und wird auch heute immer noch häufig gespielt. Saint-Saëns, selbst ein Virtuose auf dem Klavier, arrangierte Danse macabre später für Violine und Klavier wie auch für zwei Klaviere. 

Danse macabre beginnt mit zwölf Schlägen des gleichen Tons und zeigt damit die Mitternachtsstunde an.  Ein Refrain, der sich variantenreich durch das Stück zieht, ruft die Toten aus ihren Gräbern. Sie erheben sich und vollführen einen Tanz, der immer intensiver wird, bis er unvermittelt abbricht. Der Hahn hat gekräht, der Morgen bricht an und der Spuk ist vorbei. Dazwischen baut Saint-Saëns gekonnt verschiedene Elemente ein, unter anderem ein walzerartiges Dies Irae, das die Szene des Jüngsten Gerichts heraufbeschwört. 

Libertango 

Astor Piazzolla, 1974

Elea Nick (Violine) und Robert Metzger (Piano)

 

Libertango ist ein Kunstwort, das sich aus Libertad (Freiheit) und Tango zusammensetzt. Das kurze Stück zeigt exemplarisch, welch grossen Schritt der argentinische Komponist und Bandoneonmusiker Astor Piazzolla (1921–1992) machte, als er die einfachen Formen des klassischen Tangos verliess und den Tango Nuevo schuf. Hier finden wir Jazzelemente, die Verwendung erweiterter Harmonien und Dissonanzen – und trotzdem bleiben Leidenschaft und Dramatik des traditionellen Tangos klar erhalten. Natürlich ist dieses Stück nicht mehr als Tanzmusik, sondern als Hörmusik angelegt. 1974 als Stück für Bandoneon veröffentlicht, ist Libertango ist inzwischen musikalisches «Welterbe» geworden und existiert in zahllosen Bearbeitungen für verschiedenste Instrumente. Elea Nick und Robert Metzger spielen hier eine Version für Violine und Klavier.

Skyfall

Text und Musik: Adele/Paul Epworth, arr.: Alex Wilson 2020

Skyler Wind (Vocals), Elea Nick (Violine), Damian Neidhardt (Oboe), Alex Wilson (Piano), Edwin Sanz (Percussion),

Felix Kübler (Bass), und Fiddling Millers

 

Der Titelsong des James-Bond-Films «Skyfall» hört sich an wie eine Hommage an die grossen Bond-Songs der Sechziger- und früheren Siebzigerjahre. Dies ist kein Zufall, denn mit Skyfall feierte man 2012 das Goldene Jubiläum des ersten Bondfilms (Dr. No, 1962). Adele und Paul Epworth erhielten eine Oscar und einen Golden Globe für diesen starken Titelsong, bei dem im Hintergrund das altbekannte James-Bond-Thema mitschwingt. Er beginnt langsam-soulig und schwingt sich im Refrain zu grosser Intensität auf – gerade das Richtige für Skylers kraftvolle Stimme!

Unleashed

Text und Musik: Claudia Melanie Wind, 2017, arr.: Alex Wilson 2020

Skyler (Vocals), Elea Nick (Violine), Alex Wilson (Piano),

Edwin Sanz (Percussion), Felix Kübler (Bass), Fiddling Millers

 

«Unleashed war die allererste Single, welche ich veröffentlichen durfte. Der Song hat mich sozusagen als Künstlerin ‘entfesselt’ (daher Unleashed) und wird für mich persönlich somit immer eine grosse Bedeutung tragen. In den letzten drei Jahren seit seiner Veröffentlichung habe ich viel an Erfahrung und an Meilensteinen auf meinem Weg dazugewonnen und an meinem Sound gearbeitet. Ich freue mich deshalb enorm, eine neu interpretierte Version von Unleashed am Erlibacher Music Festival zu performen.» (Skyler Wind, Juli 2020)

Castle on the Hill 

Text und Musik: Ed Sheeran, 2017, arr.: Alex Wilson 2020

Elea Nick (Violine), Alex Wilson (Piano), Edwin Sanz (Percussion),

Felix Kübler (Bass), Fiddling Millers und Erlibacher Strings

Dirigent: Howard Griffiths

 

Ed Sheeran (*1991) hat in wenigen Jahren eine Traumkarriere vom Strassenmusiker zum Weltstar geschafft. In diesem Lied erinnert er sich an seine Jugendjahre in der englischen Kleinstadt Framlingham. Der schnelle Rhythmus lässt vermuten, dass einiges los war in dieser Zeit … Übrigens: Das «Castle on the Hill» existiert tatsächlich – es handelt sich um Framlingham Castle, ein riesiges normannisches Schloss aus dem 12. Jahrhundert.

Doppelkonzert a-moll

Antonio Vivaldi (1678-1741), op 3 no. 8, RV 522, 1. Satz (Allegro)

Stehorchester 

Dirigent: Howard Griffiths

 

Das Doppelkonzert in a-moll erschien 1711 als Nr. 8 eines Zyklus von zwölf Konzerten, die Vivaldi 1711 als Opus 3 unter dem Namen «L’Estro Armonico» (Die harmonische Eingebung) im Verlag Estienne Roger in Amsterdam veröffentlichte. Das Werk wurde sehr schnell an verschiedenen Orten nachgedruckt und übte einen nachhaltigen Einfluss auf zeitgenössische Komponisten aus. Auch Johann Sebastian Bach scheint von Vivaldis op. 3 sehr beeindruckt gewesen zu sein, bearbeitete er doch nicht weniger als sechs der zwölf Konzerte, darunter auch die no. 8 (für Orgel solo, BWV 593). Vivaldis eingängige Themen und die Dynamik seiner schnellen Sätze faszinieren auch heutige Hörer.

Der Sommer (L’estate) g-moll

Antonio Vivaldi (1678–1741), op. 8,

RV 315 (Allegro non molto – Adagio – Presto)

Elea Nick (Violine) und Stehorchester 

Dirigent: Howard Griffiths

 

«Der Sommer» ist das zweite von vier Violinkonzerten, die Vivaldi unter dem Titel Le quattro stagioni (Die vier Jahreszeiten) an den Beginn seines op. 8 stellte, einer Sammlung von zwölf Violinkonzerten, die 1725 erschien. Vivaldi stand damals auf dem Höhepunkt seines Ruhms – seine Werke wurden fast überall Europa gespielt und beeinflussten viele Musiker in Deutschland wie auch in Frankreich. In der 2. Hälfte des 18. Jh. gerät Vivaldi allmählich in Vergessenheit, und das 19. Jahrhundert behandelt ihn äusserst stiefmütterlich. Doch ab den 1920er-Jahren setzt eine Renaissance des Barockmeisters ein, die bis heute andauert. Das erstaunt nicht, denn seine besten Werke sind auch modernen Menschen sehr zugänglich, egal ob als Original im Konzertsaal oder als Soundtrack oder in der Werbung: Sie sind dramatisch und leichtfüssig zugleich, eben echte «Ohrwürmer». 

So auch «Der Sommer». Der erste Satz beginnt mit schleppenden Akkorden, die eine extreme Hitze fühlbar machen, man hört einen Kuckuck, dann eine Taube und einen Distelfink. Es kommen leichte Winde auf, die zunehmend heftiger werden. Im langsamen zweiten Satz scheint ein unruhiger Schläfer immer wieder von einem Mückenschwarm geplagt zu werden – in der Ferne hört man aber bereits das Grollen eines Gewitters. Das bricht nun im dritten Satz mit grosser Heftigkeit los – ein gewaltiges Tongemälde aus virtuosen Tonleitern, das der Solovioline einiges abfordert.

Viva la Vida

Text/Musik: Christopher A. J. Martin / Guy Rupert Berryman / Jonathan Mark Buckland / William Champion, © Universal Music Publishing Group, 2008, arr. Alex Wilson 2020)

Elea Nick (Violine), Damian Neidhardt (Oboe), Alex Wilson (Piano),

Edwin Sanz (Percussion), Felix Kübler (Bass), Duo Infernale,

Fiddling Millers, Bläserensemble und Erlibacher Strings

Dirigent: Howard Griffiths

 

Der Titel dieses Songs hat nach Aussagen der Bandmitglieder von Coldplay einen Bezug zu einem der letzten Gemälde der mexikanischen Malerin Frida Kahlo, auf dem verschiedene Wassermelonen in starken Rot- und Grüntönen zu sehen sind. Der Zusammenhang erschliesst sich allerdings nicht sofort – vielleicht sind es die vordergründige Einfachheit und die prallen Farben, die die Musiker zu diesem eingängigen, schnörkellosen Song inspiriert haben. Der Songtext dreht sich nämlich um den Fall eines mächtigen Königs, der jetzt als Strassenfeger auf seine Vergangenheit zurückblickt. Und vielleicht zur Erkenntnis gelangt, dass es die einfachen Dinge sind, die das Leben lebenswert machen. Wie auch immer: Viva la vida – «Das Leben leben» oder «Es lebe das Leben» – wurde 2008 gleich nach seiner Veröffentlichung zu einem grossen Hit und räumte verschiedene Preise ab. 

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